Ziel Luchsprojekt NRW
Der Luchs, Europas größte Katzenart, wurde in Mittel- und Westeuropa zum Ende des 19. Jahrhundert ausgerottet. Abholzung und Übernutzung der Wälder für die beginnende Industrialisierung vor Beginn der modernen Forstwirtschaft hatten seinen Lebensraum stark eingeschränkt. Die Bestände der wildlebenden Huftiere waren stark dezimiert worden, Nutztiere wurden im Wald geweidet. In Nordrhein-Westfalen wurde der letzte Luchs bereits am 29. November 1745 im Rothaargebirge erlegt. Obwohl sich die Lebensbedingungen für den Luchs seither wieder deutlich gebessert haben, ist die Katze mit den Pinselohren und Backenbart nie wieder bei uns heimisch geworden. Das liegt auch daran, dass die Art sich nur sehr langsam ausbreitet, ein Individuum große Reviere beansprucht und gerade die Luchsinnen nicht weit wandern. In Europa existiert mit dem Expertennetzwerk Linking lynx seit einigen Jahren eine ganzheitliche und wissenschaftliche Strategie überlebensfähige Bestände des Eurasischen Luchses (Lynx lynx) zu erreichen. Zwar werden aktuell in mehreren Bundesländern solche Vorhaben umgesetzt, es bedarf jedoch Bemühungen aller Bundesländer und weiterer Akteure für die Etablierung einer zusammenhängenden Metapopulation. Auch Nordrhein-Westfalen kann dabei einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung der einzelnen Luchsvorkommen in Deutschland und Europa sowie zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen der europäischen FFH-Richtlinie leisten.