Publikationen

Zwei Luchse, einer sitzt und der andere liegt auf einem Baumstamm, vor einem grünen, bewölkten Himmel.

Vorbereitungen für die Rückkehr des Luchses nach Nordrhein-Westfalen (2025)

Fachtagung am 5. Mai im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn: „Eine Zukunft für Luchse in Nordrhein-Westfalen – Von der Idee zur Umsetzung“

Von Christoph Heider, Dr. Ingrid Hucht-Ciorga, Dr. Alexander Sliwa, Dr. Christine Thiel-Bender und Jörn Ziegler

Die Mittelgebirge in Nordrhein-Westfalen bieten geeignete Luchshabitate. Trotzdem konnte die Art hier bisher nicht dauerhaft heimisch werden. Das Ziel eines sich selbst erhaltenden Luchsvorkommens in Deutschland kann nur erreicht werden, wenn die vorhandenen Teilpopulationen vernetzt werden. Dazu sind aktive An- und Umsiedlungsmaßnahmen erforderlich; daher werden aktuell in mehreren Bundesländern Luchse ausgewildert. Ein Wiederansiedlungsprojekt in Nordrhein-Westfalen könnte die umliegenden Luchsvorkommen verbinden und die Arterhaltung fördern. Mit der Fachtagung wurde ein Grundstein dafür gelegt.

Als Fachbeitrag erschienen in: Natur in NRW 3/2025, 5 Seiten


Der Luchs in West- und Mitteleuropa (2023)

Herausgeber Jochen Krebühl, Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Mai 2023

Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses in West- und Mitteleuropa! Die Denkanstöße basieren auf den Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland, 16. bis 19. Juni 2019. U

Ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht in den CATnews Nr. 14 – Herbst 2021.


Eine Zukunft für Luchse in Nordrhein-Westfalen (2024)

Welche Rolle kann das Bundesland bei der Etablierung von überlebensfähigen Luchspopulationen in Deutschland spielen?

Von Christoph Heider, Dr. Ingrid Hucht-Ciorga, Dr. Alexander Sliwa, Dr. Christine Thiel-Bender und Jörn Ziegler

Seit 2020 sollte der Luchs eigentlich wieder in den deutschen Mittelgebirgen heimisch sein (Nationale Biodiversitätsstrategie 2007). Dies wurde bislang nicht erreicht. Damit die Art in Mitteleuropa nicht erneut ausstirbt, arbeitet eine internationale Fachgruppe aus Wissenschaft und Naturschutz am Aufbau eines europaweiten, sich selbst erhaltenden Luchsvorkommens. Dabei kann der Naturraum Nordrhein-Westfalens als Bindeglied zwischen den Populationen in anderen Bundesländern einen wichtigen Beitrag leisten. Dieser Artikel hat zum Ziel, die Grundlage zu definieren und einen Dialog miteinander anzustoßen.

Als Fachbeitrag erschienen in: Natur in NRW 3/2024, 5 Seiten


Luchse in NRW (2017)

Regionale Perspektiven / europäische Verantwortung

Von Dr. Christine Thiel-Bender und Christoph Heider

Zusammenfassung

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx, Linnaeus 1758) ist in Deutschland wieder anzutreffen – allerdings noch sehr selten. Einst im 18. Jahrhundert ausgerottet, konnte er nur durch aktive Wiederansiedelungsprojekte wieder heimisch gemacht werden. Dennoch beschränkt sich das bundesweit geringe Vorkommen nur auf verinselte Teilpopulationen. Im weitläufig agrarisch und industriell geprägten Nordrhein-Westfalen (NRW) sind zwischen ein und drei Luchse mehr oder weniger regelmäßig zu finden. Diese kleinen, vereinzelten Vorkommen in Deutschland können für eine langfristig überlebensfähige mitteleuropäische Metapopulation – eine positive Entwicklung vorausgesetzt – bestenfalls als Grundstein dienen. Für die denkbare Ausbreitung spielen neuere Erkenntnisse aus der Umgebung von Harz und Pfälzerwald, wo es wieder Luchse gibt, eine große Rolle. So haben Luchse bereits ursprünglich lediglich als Korridor bewertete Bereiche dauerhaft besiedelt (inkl. Reproduktion), als unwirtlich erachtete Gegenden genutzt und Barrieren überwunden. Es häufen sich demnach Anzeichen dafür, dass sich der Luchs möglicherweise besser in unserer Kulturlandschaft zurechtfindet als zunächst angenommen.

Die vorliegende Studie stellt zunächst eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit der Möglichkeit der Rückkehr des Luchses nach NRW – vielleicht auch beispielhaft für andere Regionen – dar. Dazu wird die Lage der Luchse in NRW beschrieben und Voraussetzungen sowie Hindernisse einer positiven Bestandsentwicklung werden ausgeführt.

Mit Hilfe von vorhandenem Kartenmaterial sowie Daten zum Nahrungsangebot wird die Habitateignung für den Luchs in NRW analysiert und das daraus abgeleitete potentiell mögliche Verbreitungsgebiet der Luchse in NRW dargestellt. Dennoch sind die Gefahrenquellen zahlreich (Straßentot, Zerschneidung, Illegale Jagd, Krankheiten) und die Hindernisse groß (Ausbreitungspotential der Tiere, Akzeptanz in der Bevölkerung, Nutzung des Waldes), so dass eine baldige, spontane und langfristige Rückkehr des Eurasischen Luchses mit seinem sehr konservativen Ausbreitungsverhalten in NRW unwahrscheinlich ist. Und die 60 bis knapp 200 Luchse, denen das Bundesland Lebensraum bieten könnte, wären isoliert betrachtet zu wenige für die Sicherung eines dauerhaften Fortbestandes.

Daher entwickelt diese Studie schließlich eine Perspektive für den Luchs in Deutschland. Denn Nordrhein-Westfalen kann nur als Mosaikstein eines grenzüberschreitenden mitteleuropäischen Luchsvorkommens gesehen und behandelt werden. Daraus abgeleitete weitsichtige Handlungsempfehlungen zeigen auf, was zu tun wäre wenn wir den Luchs in unseren Breitengraden erhalten wollen.

Studie, 71 Seiten, Projektträger: Kreisverband Natur- und Umweltschutz Kreis Euskirchen e.V., Gefördert durch: HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH