11. Juni - Internationaler Tag des Luchses - Gemeinsam für die Rückkehr des Luchses nach NRW
Wird der Luchs auch wieder in NRW heimisch? Foto: Alexander Sliwa
Pressemitteilung zum Tag des Luchses:
NRW bereitet Rückkehr der wilden Katze vor
BUND und Initiative Luchs NRW treiben die Vorbereitungen für eine Wiederansiedlung weiter voran und informieren darüber auf neuer Website
Zum Internationalen Tag des Luchses am 11. Juni rücken der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Initiative Luchs NRW die Bemühungen um die Rückkehr des Eurasischen Luchses nach NRW in den Fokus. Denn die anmutigen Katzen haben bei uns in Deutschland nach wie vor einen schweren Stand: Die wenigen Vorkommen sind inselartig in Deutschland verteilt und voneinander isoliert. In NRW hat sich seit fast 300 Jahren kein Luchs mehr dauerhaft niedergelassen. Ein geplantes Auswilderungsprojekt soll deshalb Abhilfe schaffen und den Tieren auf die Sprünge helfen.
Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND NRW: „Deutschland hat längst bewiesen, dass ein Zusammenleben von Luchs und Mensch möglich ist. Deshalb gibt es keinen Grund, warum die Rückkehr dieser Wildkatze nicht auch in Nordrhein-Westfalen gelingen sollte. Denn trotz der hohen Bevölkerungsdichte bietet unser Land geeignete Lebensräume. Doch es liegt an uns, diese besser miteinander zu vernetzen und mit dem Luchs zu teilen, um die heimische Art vor dem Aussterben zu bewahren. Der Luchs gehört zu unserer Natur – und er darf nicht ein weiteres Mal aus unseren Landschaften verschwinden.“
Eine Fachgruppe mit vielfältigen Akteuren aus Naturschutz, Jagd, Land- und Forstwirtschaft, Wissenschaft, Stiftungen und Behörden hat sich zusammengetan, um die Möglichkeiten einer wissenschaftlich fundierten Wiederansiedlung des Luchses in NRW zu prüfen und vorzubereiten. Die Trägerschaft dieses Artenschutz-Projekts wurde dem BUND anvertraut. Seit Anfang des Jahres widmet sich ein dreiköpfiges Team dieser Aufgabe. So baut der BUND nun auf der jahrelangen Vorbereitung der „Initiative Luchs NRW“ auf, an der er sich gestaltend beteiligt hatte.
Bevor die ersten Tiere frühestens ab 2030 wieder durch NRWs Wälder streifen sollen, arbeitet das Team zunächst am Biotopverbund. Dieser soll verbessert werden, um dem Luchs Trittsteine für seine Verbreitung in den Westen Deutschlands – und darüber hinaus – zu ermöglichen.
Informationen zu diesem Vorhaben sowie Neuigkeiten und anstehende Termine gibt es ab sofort online. Anlässlich des internationalen Tag des Luchses veröffentlichen die Initiative Luchs NRW und der BUND NRW, finanziert durch die NRW Stiftung, die neue Webseite des Luchsprojekts NRW: www.luchsprojektnrw.de.
Hintergrund:
Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) war einst auch in NRW heimisch. Nachdem das letzte bekannte Tier im Jahr 1745 getötet wurde, gilt die Art im Land als ausgestorben. Zwar gelangten in den vergangenen zwei Jahrzehnten vereinzelt Luchse auf ihren Wanderungen nach NRW, dauerhaft ansiedeln konnten sie sich jedoch nicht. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Isolation der bestehenden Populationen in Deutschland. Denn Luchse sind nicht sehr wanderfreudig: Hindernisse wie Autobahnen, Bundesstraßen, Siedlungen und Industriegebiete erschweren Wildtieren den Weg in neue Lebensräume.